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29Mar/110

Das Handyrecycling

Die Abstände, in denen neue Handys, Smartphones oder Blackberrys auf den Markt kommen, werden immer kürzer. Daher denken nicht nur die Hersteller und Provider, sondern auch in zunehmenden Maße die Besitzer über das Thema Handyrecycling nach. Dafür sprechen zwei ganz fundierte Gründe. Da sind einmal die wertvollen und wiederverwendbaren Materialien wie beispielsweise Kupfer oder Silber. Immerhin lassen sich bei modernen Handys etwa 70% - 80% der enthaltenen Materialien recyceln. Bei nahezu 40 Millionen Neugeräten allein im Jahr 2007 kommt da ein beachtlicher Berg an wichtigen Rohstoffen zusammen. Schätzungen sprechen allein in Deutschland von etwa 30 t Silber, 3 t Gold, 105 t Zinn, 151 t Aluminium und satten 1.900 t Kupfer pro Jahr.

Der zweite – vielleicht noch wichtigere – Grund für ein fachgerechtes Handyrecycling liegt in der dadurch vermeidbaren Zusatzbelastung der Umwelt. In den Kontakten, Leiterplatten, Displays und Akkus stecken eine Fülle von umweltschädlichen Materialien. Insbesondere Blei, Kobalt, Wolfram, Beryllium, Phosphor, Arsen, Quecksilber, Molybdän und Chromoxid können bei falscher Entsorgung verheerende Auswirkungen auf die Umwelt haben. Im Hausmüll können diese Stoffe über das Erdreich ins Grundwasser gelangen, was wiederum zu Vergiftungen führen kann. Eine ähnliche Situation ergibt sich, wenn alte Handys einfach verbrannt werden. Auch hier werden Giftstoffe freigesetzt, die über die Luft verbreitet werden.

Aber die Gründe für ein fachgerechtes Handyrecycling gehen weit über derartige umweltschonende Überlegungen hinaus. So bekommen zahlreiche Altgeräte (ca. 80 %) nach einer professionellen Wiederaufbereitung ein „zweites Leben“ im Ausland geschenkt. Über karitative Organisationen verschickt, finden sich die Handys oft in ärmeren Ländern der Erde wieder, wo sie der Bevölkerung dabei helfen, die Mängel der Infrastruktur zu überbrücken. Viele Geschäftsleute oder Teenager halten ihr Handy für lebenswichtig, aber in diesen Ländern ist das tatsächlich so.

Das Handyrecycling kann sogar dabei helfen, die einheimischen Energiearten zu schonen. So werden beispielsweise die in den Geräten enthaltenen Kunststoffe verbrannt und die dabei freiwerdende Wärmeenergie kann dem regulären Energiekreislauf zugeführt werden.

Viele Provider unterstützen inzwischen das fachgerechte Handyrecycling durch den Ankauf von Altgeräten oder durch ein Punktesystem, wie man es bereits von diversen Drogerien oder Tankstellen her kennt. Dazu gehören auch vorbereitete Versandumschläge, die der Kunde anfordern kann, um sein altes Handy recyceln zu lassen. Für mehrere eingesandte Geräte (z.B. Familie, WG, Schulklasse) gibt es hier sogar spezielle Rabatte. Ein Blick in die Schränke und Schubladen lohnt sich also gleich in mehrfacher Hinsicht.

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